Ein Sonderfall unter den europäischen Sprachen

Die lettische Sprache wurzelt im Sanskrit und in der indoeuropäischen Sprachfamilie. Sie ist eine der ältesten Sprachen in Europa und hat eine enge Beziehung nur zu der Sprache ihres Nachbarlandes, dem Litauischen. Diese zwei Sprachen bilden einen Sonderzweig, weil sie zu den baltischen Sprachen gehören. Wie durch ein Wunder hat Lettisch mehrere Jahrhunderte überstanden, als das Land lange unter fremden Herrschaften leben musste.

Vielleicht steckt die Erklärung für dieses einzigartige Phänomen darin, dass die Letten viele alte Traditionen haben und auf eine lebhafte Kultur stolz sein können. Betrachtet man die Tausende von Volksliedern, die mündlich als "Dainas" überliefert und heute in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen sind, ist es gleich klar, wie stolz die Letten auf ihre Sprache und Kultur sind. Sie hat einen besonderen Platz unter den vielen europäischen Sprachen.

Beim Vergleich mit anderen europäischen Sprachen, wie etwa den germanischen, romanischen oder slawischen Sprachzweigen, ist es gleich ersichtlich, dass Lettisch ganz anders klingt. Als Beispiel haben wir nur einiger Wörter gewählt, die man in fast jeder Sprache finden kann. Im Vergleich mit anderen europäischen Sprachen wie Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch etc., lässt sich die Einzigartigkeit des lettischen Wortschatzes erkennen.

River, rivière, fleuve, fiume, reka (река),aber Lettisch – UPE. Ebenso mit dem Wort für Milch: milk, lait, latte, moloko(молоко),aber Lettisch klingt es PIENS. Und das Wort für Baum: tree, arbre, derevo (дерево), aber Lettisch – KOKS.

Für alle, die sich ernsten Sprachstudien widmen und sich einer Herausforderung stellen möchten, erweist sich die lettische Sprache als eine lohnende Übung, weil die Feinheiten der Flexion und der Kasusendungen ziemlich anstrengend sogar für die fleißigsten Schüler sein können. Wer dies meistert, öffnet jedoch eine Tür zu einer reichen Kultur voller alter Traditionen mit tiefen Wurzeln. Und heute ist die lettische Sprache als eine der offiziellen Sprachen der Europäischen Union mächtiger als je zuvor.

Chronologie der Entwicklung der lettischen Sprache

1525

Erster gedruckter Text

1585

Das älteste Buch, das bis heute erhalten ist, wird gedruckt: "Catechismus Catholicorum"

1638

Erstes Wörterbuch

1644

Erstes Grammatikbuch

1685

Die Bibel wird von Johann Ernst Glück ins Lettische übersetzt

1768

Die erste lettische Zeitung "Latviešu Ārste" (Lettischer Arzt)

19. Jh.

Die lettische Sprache wird standardisiert, es erscheinen zahlreiche Publikationen in der Presse und die Zahl von lettischen Autoren nimmt ständig zu

1894-1915

Krišjānis Barons erstellt eine Sammlung von mindestens zweihunderttausend lettischen Volksliedern, den "Dainas"

1918

Lettisch wird zur Amtssprache der unabhängigen Republik Lettland

1940

Infolge der sowjetischen Okkupation verliert Lettisch seinen Status in Lettland

1988

Lettisch wird wieder die Amtssprache Lettlands

Lettlands Sprachpolitik

Die lettische Sprache ist der Grundstein der lettischen Identität und wird auch ständig gepflegt. Seit der Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1918 ist die lettische Sprache zu einer hoch entwickelten, multifunktionalen Sprache mit einem festgelegten Stilsystem und einer umfassenden Terminologie geworden.

Während der sowjetischen Okkupation musste Lettisch in einem sozialen Bilingualismus neben Russisch existieren, der Sprache, die für die Kommunikation zwischen den Einwohnern verschiedener Sowjetrepubliken bestimmt war. Schritt für Schritt wurde Lettisch aus den meisten Branchen des öffentlichen Bereichs verdrängt. Wegen der massiven Immigration verringerte sich der Anteil der Lettisch sprechenden Einwohner. So gaben 1989 nur 21 % der Vertreter anderer Nationalitäten an, die lettische Sprache zu beherrschen, während die meisten Letten über gute Russischkenntnisse verfügten. Die Russifizierung Lettlands drohte mit einer baldigen Umstellung der Sprachpositionen.

Heute schützt die Sprachpolitik Lettlands auch die Sprachen der Minderheiten und deren Entwicklung, sowie fördert die Integration der Vertreter der Minderheiten in die lettische Gesellschaft durch die Beherrschung der lettischen Amtssprache. Seit den 1990er Jahren bietet die Regierung Lettlands verschiedene Programme für den Lettisch-Unterricht an. 2008 gaben 93 % der Vertreter der nationalen Minderheiten in Lettland an, dass sie über Kenntnisse der lettischen Sprache verfügen. Heute sprechen 9 von 10 Einwohnern des Landes Lettisch. Es ist eine der 200 Sprachen, die heute von über eine Million Menschen gesprochen werden.

Die lettische Regierung finanziert bilingualen Unterricht in acht größten Minderheitensprachen des Landes: Weißrussisch, Estnisch, Iwrit, Litauisch, Polnisch, Romani, Russisch und Ukrainisch. In zweisprachigen Schulen und Klassen wird Lettisch als Zweitsprache gelehrt, um den Schülern Lettischkenntnisse zu übermitteln und die soziale Integration zu sichern.

Die lettische Sprache wird aktiv von dem Institut für lettische Sprache sowie an der Universität Lettlands und den Universitäten in Liepāja und Daugavpils erforscht. Lettisch wird auch an mehreren Universitäten weltweit unterrichtet und studiert, zum Beispiel, an der Universität des Staates Washington. Die Standardisierung und Normierung der lettischen Sprache unterliegt dem Fachausschuss für die lettische Sprache des Zentrums für Staatssprache.  

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Avots: Latviešu valodas aģentūra