Der Name „Latvija“ stammt von den alten Lettgallen, einem indoeuropäischen baltischen Stamm, die zusammen mit Kuren, Selonen und Semgallen das heutige lettische Volk bilden. Die Republik Lettland wurde am 18.November 1918 gegründet und ist nach den Letten benannt worden. 

Die Republik ist seit 1921 international anerkannt. Lettland überwand die Sowjet- und Naziokkupation (1940-1991) und hat 1991 die Unabhängigkeit  wiederhergestellt. Seitdem hat die Republik Lettland die Spitze der westlichen Welt durch den Beitritt zur NATO und zur Europäischen Union 2004 erreicht.

Die Nationalhymne

Die von Kārlis Baumanis komponierte Hymne „Dievs, svētī Latviju!“ („Gott, segne Lettland!“) wurde ursprünglich beim ersten lettischen Sängerfest 1873 gesungen. Die Verfassungsgebende Versammlung der Republik Lettland wählte das Lied 1920 zur Nationalhymne.   

        

Gott, segne Lettland,
Unser liebstes Vaterland,
Segne Lettland,
Oh, segne es!

Wo lettische Frauen blühen,
Wo lettische Männer singen,
Lass uns dort im Glück tanzen,
In unserem Lettland!

Darüber hinaus steht auf dem Rand der lettischen 2-Euro-Münzen der Titel der Hymne geschrieben.

Die Nationalhymne

Die Flagge

Die lettische Flagge stammt aus dem 13.Jahrhundert und ist eine der ältesten in der Welt. Die karminrote Flagge mit einem horizontalen weißen Streifen in der Mitte ist ein Symbol aus der Geschichte Lettlands.

Der Legende nach wurde ein lettischer Stammesführer in einer Schlacht verwundet und auf einem weißen Betttuch niedergelegt, das durch sein Blut an beiden Seiten rot wurde. Seine Soldaten hissten das Tuch wie eine Fahne, und sie führte sie zum Sieg. Seitdem war der Kampf für die Freiheit immer ein wiederkehrendes Motiv in der lettischen Geschichte.

Das Staatswappen

Die lettische Staatlichkeit und nationale Identität wird mit Symbolen dargestellt, darunter drei Sterne, die Sonne, das Meer und Eichenlaub. Die historischen geographischen Regionen Kurzeme und Zemgale werden durch einen roten Löwen, Vidzeme und Latgale hingegen durch  einen silbernen Greif dargestellt.

 

Das nationale Wahrzeichen

Das Freiheitsdenkmal oder Brīvības piemineklis ist die wichtigste Sehenswürdigkeit und das Symbol der lettischen Unabhängigkeit und Staatlichkeit.

Das von Kārlis Zāle entworfene und durch öffentliche Spenden 1935 finanzierte Denkmal überlebte die 50 Jahre lange sowjetische Okkupation und wurde zum Sammelpunkt für Massendemonstrationen für die Unabhängigkeit in den späten 1980er Jahren.

Die Inschrift „Tēvzemei un Brīvībai“ bedeutet „Für Vaterland und Freiheit“. Die bildhauerischen Reliefs am Fundament des Denkmals stellen wichtige Momente in der lettischen Geschichte dar, die Frau an der Spitze des Denkmals symbolisiert die Freiheit und Souveränität Lettlands. Über ihrem Kopf hält sie drei Sterne, die die drei historischen Regionen Lettlands repräsentieren.

Symbole aus der Natur

Der nationale Vogel Lettlands ist die weiße Bachstelze (Motacilla alba, lettisch: baltā cielava). Dieser rastlose und energische Vogel wird häufig in den lettischen Volksliedern als Symbol für harte Arbeit und Fleiß erwähnt. Er mag es Nester in Dachsparren, Holzstapeln und anderen künstlichen Objekten zu bauen, und wird am häufigsten gesehen, wenn er auf der Suche nach Zweigen für sein Nest und Nahrung für die Kleinen über den Boden huscht. Charakteristisch für die Bachstelze ist, dass sie ihren Schwanz schnell auf und ab bewegt.


Das nationale Insekt Lettlands ist auch eines der beliebtesten lettischen Symbole in Kindergeschichten und Märchen – der Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata). Der Name des Insekts auf Lettisch – Mārīte – stammt vom Namen Māra, dem Namen der höchsten lettischen Göttin oder „Mutter Erde“, die für die Fruchtbarkeit des Bodens verantwortlich ist. Im Gegensatz zur lebhaften Bachstelze, bewegt sich der Zweipunkt-Marienkäfer langsam und bedacht, kann  sich aber sehr gut verteidigen.  

Die lettische Nationalblume ist die Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare, lettisch: pīpene). Diese übliche Wiesenblume blüht im Juni, gerade rechtzeitig, um sie in die festlichen Kränze für das Fest der Sommersonnenwende (Jāņi) einzubinden.  Sie blüht weiter bis zum September und bietet  den ganzen Sommer hindurch lettischen Blumenliebhabern und Dekorateuren die beliebten Akzente für Blumensträuße und andere Kompositionen.


Die Eiche und die Linde sind männliche und weibliche Figuren in der lettischen Folklore und werden als die nationalen Bäume Lettlands angesehen. Die Linde (Tilia cordata, lettisch: liepa) und die Eiche (Quercus robur, lettisch: ozols) sind charakteristisch für die lettische Landschaft und haben eine besondere Rolle im praktischen und geistigen Leben der alten Letten gespielt. Beide Bäume wurden traditionell für medizinische Zwecke verwendet und werden auch häufig in Sagen, Märchen und den lettischen Volksliedern (dainas) erwähnt. Lindenblüten und Eichenrinde sind auch heute noch für Tees und medizinische Präparate beliebt. Die Eiche hatte einen göttlichen Status im vorchristlichen religiösen Glauben der Letten, und viele dieser alten heiligen Eichen stehen noch heute. Viele dieser Bäume werden als „Großeichen“ bezeichnet und sind als nationales Kulturgut gesetzlich geschützt.  Aus Eichenblättern werden die traditionellen Johanniskränze für Männer für das Jāņi-Fest geflochten. Eichenblätter sind ein häufiges Designelement in der lettischen Heraldik und dekorativen Kunst.

Der Fluss des Schicksals ist die Daugava – der größte und historisch bedeutendste Fluss Lettlands. Die Daugava bildet die Grenze zwischen den ethnographischen Regionen Vidzeme und Latgale am rechten Ufer und Kurzeme und Zemgale am linken. Der Fluss wurde erstmals von Wikingern als erste Etappe der Bernsteinstraße, einer wichtigen Handelsstraße, die die Länder rund um die Ostsee und das Schwarze Meer verband, gebraucht. Die Daugava war sowohl eine strategische Verkehrsader, als auch ein Garant des Lebensunterhalts für viele Letten. Im vergangenen Jahrhundert erlebte der Fluss erhebliche Veränderungen und dient nun als Quelle für Wasserkraft, somit bringt er Licht in viele lettische Häuser. Die schicksalhafte Rolle des Flusses in der lettischen Geschichte hat ihn zu einem geschätzten Thema für Lieder, Gedichte und Erzählungen gemacht.