Gesetzliche Feiertage in Lettland

Gesetzliche Feiertage in Lettland

Festtage

Gedenktage

Januar

20.

Gedenktag für die Verteidiger der Barrikaden 1991

Nachdem im Mai 1990 eine Pro-Unabhängigkeitsregierung in Lettland gebildet wurde, hat die Sowjetregierung in Moskau den Druck auf Lettland erhöht, um den friedlichen Fortschritt in Richtung Freiheit zu blockieren. Im Januar 1991 mobilisierte die Sowjetunion ihre Sicherheitskräfte in einem Versuch, Lettlands gewählte Führung zu entfernen. Als Reaktion haben die Menschen aus ganz Lettland LKW´s, Traktoren und schwere Ausrüstung nach Riga gebracht und Barrikaden um die Regierungsgebäude und das Parlament zu errichten. Die Konfrontation gipfelte am 20. Januar, als sowjetische Spezialeinheiten eine Schießerei initiiert und vorübergehend das Ministerium des Innern eingenommen haben. Obwohl mehrere Menschen getötet wurden, haben die Barrikaden gehalten und die demokratischen Kräfte setzten sich durch, um die volle Unabhängigkeit des Staates im August 1991 wiederherzustellen.

26.

Tag der internationalen (de iure) Anerkennung der Republik Lettland

Obwohl Lettland seine Unabhängigkeit im Jahre 1918 erklärte, erst 1921 haben die Länder der Entente, die Sieger des Ersten Weltkriegs, die unabhängige Republik Lettland anerkannt. Am 26. Januar haben erteilten die führenden Weltmächte Lettland als vollwertigen Völkerrechtssubjekt anerkannt.

März

8.

Internationaler Frauentag

In Lettland, wie auch anderswo in der Welt, werden an diesem Tag die Frauen geehrt. Weibliche Freunde, Familienmitglieder und Kolleginnen bekommen an diesem Tag Blumen und kleine Geschenke.

25.

Gedenktag für die Opfer des kommunistischen Terrors

An diesem Tag, im Jahr 1949 (siehe auch 14. Juni), deportierte das sowjetische Besatzungsregime über 43.000 Menschen aus Lettland nach Sibirien. Sie waren größtenteils wohlhabende Bauern, Intellektuelle und andere, die Moskau als Feinde des Kommunismus und der Sowjetherrschaft angesehen hat. In den kommenden Jahren wurden die Häuser und Bauernhöfe der deportierten Letten von Sowjetbürgern aus anderen Sowjetrepubliken übernommen und kollektiviert.

März-April

(Abhängig vom Kalender der westlichen Kirche) Ostern

In Lettland bestehen die Osterfeierlichkeiten aus drei besonderen Tagen: Dem Karfreitag, dem Ostersonntag und dem Ostermontag. Zusätzlich zu den Feierlichkeiten der christlichen Kirche folgen viele Letten auch den älteren vorchristlichen Traditionen, begrüßen die Wiedergeburt der Natur und die Ankunft des Frühlings. Die Menschen bemalen Ostereier, schaukeln und nehmen an anderen Aktivitäten teil.

Mai

1.

Einberufung der Verfassungsgebenden Versammlung der Republik Lettland; Tag der Arbeit

In vielen Ländern der Welt wird dieser Tag als Tag der Arbeit gefeiert, auch in Lettland. Hier hat aber der 1. Mai noch eine zusätzliche nationale Bedeutung. An diesem Tag im Jahre 1920 ist die Verfassungsgebende Versammlung - das erste demokratisch gewählte Parlament der Republik Lettland - zu ihrer ersten Sitzung zusammengetreten, um die Verfassung des Staates zu entwerfen und zu verabschieden.

4.

Wiederherstellung der Unabhängigkeit der Republik Lettland

Am 4. Mai 1990 hat der Oberste Rat der Republik Lettland (das höchste gesetzgebende Organ im noch besetzten Lettland) eine Erklärung über die Wiederherstellung der Unabhängigkeit der Republik Lettland verabschiedet. Mit dieser Abstimmung begann eine Übergangszeit bis zur vollständigen Unabhängigkeit im August 1991. Dieses Datum wird nun als "zweiter Unabhängigkeitstag" Lettlands betrachtet.

Der zweite Sonntag im Mai

Muttertag

Vor dem Zweiten Weltkrieg, wurde dieser Tag in Lettland der Familie und ihren Werten gewidmet. Seit 1992 hat Lettland diesen Tag, wie auch in anderen Ländern der Welt, zum Muttertag erklärt. Da die Mutter eine wichtige Figur in der traditionellen lettischen Familien ist, wurde das Wesen dieses Feiertages nicht geändert. Kinder besuchen ihre Mütter, Großmütter und Tanten und bringen Blumen und kleine Geschenke mit.

Pfingstsonntag

Ein Sonntag im Mai oder Juni (abhängig vom Kalender der westlichen Kirche)

Der Pfingstsonntag ist in der Regel mit der christlichen Religionsausübung verbunden, es werden jedoch auch ältere vorchristliche lettische Traditionen miteinbezogen. Unter den Christen erinnert es an die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Zwölf Apostel und die Jünger Jesu. Inzwischen ist die heidnische Bedeutung dieses Feiertages, der den Beginn des Sommers symbolisiert, in den Hintergrund getreten.

8.

Die Niederlage des Nationalsozialismus und der Gedenktag an die Opfer des Zweiten Weltkriegs

Für Lettland und die Letten hat der Zweite Weltkrieg große Zerstörung und enormes Leid gebracht. Sowohl Nazi-Deutschland als auch die Sowjetunion haben völkerrechtswidrig lettische Staatsbürger in ihre Streitkräfte eingezogen. Über 200.000 lettische Soldaten waren gezwungen, in den Streitkräften beider Besatzerstaaten zu dienen, und etwa die Hälfte von ihnen (100.000) sind im Kampf gefallen, mit der Hoffnung, die Unabhängigkeit Lettlands wiederherzustellen.

9.

Europatag

Eine der größten Errungenschaften Lettlands seit der Wiederherstellung der Unabhängigkeit im Jahr 1991 ist der Beitritt zur Europäischen Union 2004. Seither feiert Lettland zusammen mit anderen EU-Ländern diesen Tag zu Ehren der Einigung Europas.

15.

Internationaler Tag der Familie

An diesem Tag werden verschiedene Veranstaltungen für Familien und Kinder organisiert. Um Familienausflüge zu fördern, bieten viele Museen und Freizeiteinrichtungen Rabatte und freien Eintritt sowie spezielle familienorientierte Veranstaltungen an.

Juni

1.

Internationaler Kindertag

In Lettland fällt der 1. Juni auf den Beginn der Sommerferien für Schüler. Konzerte, Ausstellungen, Wettbewerbe, Sportveranstaltungen und viele andere Veranstaltungen werden speziell für Kinder organisiert. Dazu gehören auch sicherheitsbezogene Bildungsveranstaltungen für Kinder aller Altersgruppen.

14.

Gedenktag an die Opfer des kommunistischen Terrors

Der 14. Juni 1941 wird als "Tag des Terrors" bezeichnet. An diesem Tag hat die sowjetische Besatzungsmacht über 15.000 Menschen aus Lettland nach Sibirien deportiert. Ganze Familien, darunter Frauen, Kinder und ältere Menschen wurden ohne Vorwarnung in ihren Wohnungen festgenommen, auf Züge verladen und nach Sibirien gebracht. Viele starben auf dem Weg oder in den Konzentrationslagern des Archipels Gulag.

17.

Besatzung der Republik Lettland

In Übereinstimmung mit einem geheimen Zusatzprotokoll des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts (Molotow-Ribbentrop-Pakt) vom 23. August 1939 verzichtete Nazi-Deutschland auf Lettland und das Land kam unter den Einflussbereich der Sowjetunion. Lettland wurde später am 17. Juni 1940 durch sowjetische Streitkräfte besetzt. Nazi-Deutschland eroberte und besetzte Lettland im Jahr 1941 und blieb bis die sowjetischen Truppen im Jahre 1945 zurückkamen. Diese letzte sowjetische Besatzung Lettlands dauerte bis 1991.

22.

Helden Gedenktag (Jahrestag der Schlacht von Cēsis)

Dieser Tag markiert den Kampf in der Nähe von Cēsis im Juni 1919, als Letten zusammen mit estnischen Streitkräften, einen entscheidenden Sieg gegen die Deutschen errungen haben. Dieser Sieg wird traditionell als entscheidender Wendepunkt im Kampf Lettlands um seine Unabhängigkeit an gesehenen, der die Deutschen aus dem Baltikum fortgetrieben hat.

23.-24.

Das Līgo Fest und der Jānis-Tag

Die Feier der Sommersonnenwende ist das älteste und beliebteste Fest Lettlands. Während einige dieses Fest bereits am 21. Juni (der längste Tag des Jahres) beginnen, findet das lettische Līgo-Fest erst am 23. Juni statt und setzt sich mit Jāņi am folgenden Tag, dem 24. Juni, fort. Die meisten Letten verlassen die Städte, versammeln sich an Freudenfeuern im ganzen Land und folgen vielen alten Ritualen. Um die Sommersonnenwende zu feiern, sammeln sie wilde Blumen, flechten Eichenlaubkränze und schmücken Häuser, Tiere und sich selbst. Sie bereiten auch spezielle Speisen vor und brauen Gerstenbier, singen traditionelle Volkslieder mit dem "Līgo" Refrain und tanzen.

Juli

4.

Gedenktag des Völkermordes gegen die Juden

Am 4. Juli 1941, nur wenige Tage nach der Ankunft der nationalsozialistischen deutschen Truppen in Lettland, wurde die jüdische Synagoge von Rīga in Brand gesetzt, und die dort eingesperrten Menschen bei lebendigem Leib verbrannt. Es wird geschätzt, dass insgesamt mehr als 70.000 der Juden Lettlands von den Nazis ermordet wurden. An diesem Tag wird in Lettland an alle Juden gedacht, die von Nazi-Deutschland während des Holocaust ermordet wurden.

Das 2. Wochenende im Juli

Fischerfest

Lettland hat eine 531 Kilometer lange Küste und ist schon immer ein Land mit langer Seefahrertradition gewesen. In den Städten entlang der Küste finden farbenfrohe Fischer- und Seefeierlichkeiten statt. Geräucherter Fisch und andere Meeresprodukte sind reichlich auf Märkten vorhanden, auf denen auch Handwerksgegenstände und Kunstwerke verkauft werden. Die Feierlichkeiten enden in der Regel mit Unterhaltung und Tanz bis spät in den Abend unter dem Sternenhimmel.

August

11.

Gedenktag der lettischen Freiheitskämpfer

Der Tag des Gedenkens an die lettischen Freiheitskämpfer wird mit der Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen Lettland und Sowjetrussland am 11. August 1920 verbunden. Der Vertrag beendete den lettischen Befreiungskrieg, der Ende 1918 begonnen hatte.

21.

Verabschiedung des Verfassungsgesetzes über den rechtlichen Status der Republik Lettland und die eigentliche Wiederherstellung der Republik Lettland

Am 21. August 1991 hat der Oberste Rat der Republik Lettland das vollständige Inkrafttreten der Verfassung der Republik Lettland vom 15. Februar 1922 beschlossen. Damit wurde die Übergangsperiode bis zur Wiederherstellung der Unabhängigkeit, die am 4. Mai 1990 proklamiert wurde, erfolgreich abgeschlossen.

September

1.

Tag des Wissens (Der erste Schultag)

Der 1. September ist Beginn des Schuljahres in fast allen Bildungseinrichtungen Lettlands. In den meisten Schulen ist es ein festlicher Tag, an dem es feierliche Reden und besondere Veranstaltungen gibt. Festlich gekleidete Schüler der ersten Klassen, die oft von Eltern begleitet werden, bringen Blumen mit, um ihre Lehrer und Schuldirektoren zu ehren. An diesem Tag ist es einfach zu erkennen, wer der Lehrer ist, denn sie sind mit Blumensträußen überhäuft.

Der 2. Sonntag im September

Der Vatertag

Obwohl diese Tradition in Lettland relativ neu ist, wird der Vatertag gefeiert, um das Erziehungsengagement der Eltern für ihre Kinder zu ehren.

22.

Tag der Baltischen Einheit

An diesem Tag im Jahre 1236 besiegten die baltischen Völker, die alten Letten zusammen mit alten Litauern, die deutschen Kreuzritter, Vertreter des Schwertbrüderordens. Dieser Orden wurde gegründet, um militärische und politische Vorherrschaft über das Baltikum auszuüben und die einheimischen Völker zum Christentum zu bekehren.

Oktober

Der 1. Sonntag im Oktober

Tag der Lehrer

In Lettland werden die Lehrer nicht nur am 1. September geehrt. Sie haben einen besonderen Tag auch im Oktober. Eine Vielzahl von Aktivitäten findet statt: Schüler übernehmen die Rolle der Lehrer, die besten Lehrer werden geehrt und Kinder halten besondere Vorträge ab. Jede Schule hat ihre eigenen Traditionen und es gibt bunte und abwechslungsreiche Veranstaltungen in ganz Lettland.

November

11.

Gedenktag für die lettischen Freiheitskämpfer - Lāčplēsis Tag

An diesem Tag im Jahr 1919 gewann die lettische Armee die entscheidende Schlacht gegen die russischen und deutschen Kräfte, die von Pavel Bermondt-Awaloff geführt wurden. Dieser Sieg das erfolgreiche Ende des lettischen Befreiungskrieges (1918-1920) markiert, und ermöglichte es, den Menschen in Lettland ihren Traum von einem unabhängigen Staat zu verwirklichen. Der Tag ist nach dem legendären lettischen Kriegerhelden Lāčplēsis (der Bärentöter) benannt.

18.

Tag der Proklamation der Republik Lettland

Am 18.November 1918 wurde im heutigen Nationaltheater in Riga die Republik Lettland zu einem unabhängigen Staat ausgerufen. Die erste Periode der Unabhängigkeit Lettlands dauerte bis zum 17. Juni 1940, als sowjetische Truppen das Land besetzten. Die Unabhängigkeit der Republik Lettland wurde am 21. August 1991wiederhergestellt. Viele festliche Veranstaltungen finden an diesem Tag im ganzen Land statt, einschließlich einer landesweiten Ansprache des Präsidenten der Republik Lettland an das Volk. In den letzten Jahren wird diese Rede vor großen Menschenmengen auf dem Platz vor dem Freiheitsdenkmal in Riga gehalten.

Der letzte Sonntag vor Allerseelen

(Ein inoffizieller Gedenktag)

An diesem Tag - dem "Abend der Kerzen" - besuchen Letten die Friedhöfe, um aller Verstorbenen zu gedenken, bringen Blumen und brennende Kerzen auf die Gräber. Eine weit verbreitete Tradition an Allerseelen ist ein Besuch auf dem Brüderfriedhof in Riga. Dort werden Kerzen angezündet, um die Soldaten, die im Kampf für die Freiheit Lettlands gefallen sind, zu ehren.

Dezember

Der erste Sonntag im Dezember

Gedenktag für die Opfer des Völkermordes an der lettischen Bevölkerung durch das totalitäre kommunistische Regime.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten etwa 200.000 Letten im Sowjetrussland (später der UdSSR). Einige waren Teil der Bauern- und Intellektuellenemigration im späten 19. Jahrhundert, andere - Flüchtlinge vor den Kämpfen des Ersten Weltkrieges. Von 1937 bis 1938 begann das kommunistische Regime in Moskau eine Massenvernichtungskampagne gegen Nichtrussen, die in der UdSSR lebten, einschließlich der Letten. Über 70.000 Letten, die in der Sowjetunion lebten, wurden getötet. Das lettische Parlament hat den ersten Sonntag im Dezember zum Tag des Gedenkens an die Letten, die von den stalinistischen Repressionen in der UdSSR getötet wurden, erklärt.

24.-26.

Weihnachten

Weihnachten ist ein weiteres wichtiges Familienfest für die Letten. Viele Letten besuchen Gottesdienste, schmücken Weihnachtsbäume und tauschen am Heiligabend, dem 24. Dezember, Geschenke aus. Die Feierlichkeiten werden am Weihnachtstag und am Tag danach fortgesetzt. Für viele Letten ist diese Zeit des Jahres auch mit vorchristlichen Traditionen und verschiedenen Ritualen der Sonnenwende verbunden, die auch in alten Volksliedern besungen werden.

31.

Neujahr

Am Abend des 31.Dezembers beginnt die Feier zum Neujahrsfest. Der Präsident und der Ministerpräsident richten im nationalen Fernsehen Ansprachen an das Volk. Während oft mit Champagner auf das kommende Jahr angestoßen wird, führen viele lettische Familien eine Vielzahl von traditionellen Ritualen durch, um Glück und Wohlstand im neuen Jahr zu sichern. 1. Januar